Herman Melville: Moby-Dick; or, The Whale
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Moby Dick — The Whale
Herman Melville, 1819–1891.
Herman Melville wurde am 1. August 1819 als Sohn eines Kaufmanns in New York geboren. Der kleine Herman besuchte ab 1825 die New York Male High School und ab 1829 die Columbia Grammar and Preparatory School. Die Familie zog im Jahre 1830 nach Albany, New York um, weil die finanziellen Verhältnisse in eine ziemliche Schieflage geraten waren, und Herman besuchte hier die "The Albany Academy", wo er in Lesen, Schreiben, Grammatik, Geographie und Geschichte weitergebildet wurde. 1831 erhielt Herman Melville eine Auszeichnung als «der beste Schüler des Jahres».
Herrmans Vater Allan starb im Januar 1832 und Herman nahm eine Stelle als kaufmännischer Angestellter in der New York State Bank an, für ein Gehalt von 150 $ pro Jahr. Die Stelle hatte ihm Peter Gansevoort, sein Onkel mütterlicherseits, vermittelt. Peter war der Direktor der Bank. Ab 1835 wechselte der junge Melville zwischen weiterer Schulbildung und einer Tätigkeit als Lehrer.
Ein grosser Wechsel erfolgte 1839: Herman Melville heuerte auf dem Handelsschiff St. Lawrence als unerfahrener Matrose ("green hand") an. Die Reise ging von New York nach Liverpool und wieder zurück. Als nächstes wechselte Melville, immer noch als "green hand", auf das Walfängerschiff Acushnet für einen vereinbarten Lohn von 1/175 Anteil am Gesamtertrag der Reise. Er erhielt einen Vorschuss von 84 $. Im Gebiet der Bahamas wurden einige Wale gefangen, am 15. April 1841 Kap Horn umrundet und die Reise vor der Küste Chiles in Richtung Norden zu den Juan Fernandez Inseln fortgesetzt. Nach einem Stop in Peru ging es zu den Galapagos Inseln und am 23. Juni 1842 ankerte die Acushnet in Nuku Hiva (Marquesas Inseln, Französisch Polynesien).

In Nuku Hiva wechselte Herman Melville auf ein anderes Walfängerschiff, auf die Lucy Ann, die sich auf dem Weg nach Tahiti befand. Dort wurde er wegen Teilnahme an einer Meuterei inhaftiert, kam dann wieder frei und setzte sich nach Mo'orea ab. Im November 1842 heuerte er für 6 Monate auf dem Nantucket Walfangschiff Charles & Henry an und landete im Mai 1843 in Lahaina, Maui, also auf Hawaii. Melville schlug sich zuerst mit verschiedenen Jobs vier Monate lang durch und trat dann am 18. August 1843 als gewöhnlicher Seemann in die Dienste der U.S. Navy auf der Fregatte "USS United States".

Während des nächsten Jahres besuchte das Schiff auf dem Weg nach Hause die Marquesas Inseln, Tahiti, Valparaiso, Mazatlan, Lima, Rio de Janeiro und erreichte Boston am 3. Oktober 1844.

Nach seinen Schiffsreisen hatte Melville ein tiefes Verständnis für alle Belange der Seefahrt und des Walfangs. Er wurde gebeten, über seine Erfahrungen zu schreiben. Sein erstes Buch "Typee: A Peep at Polynesian Life" wurde 1845 geschrieben und es erschien im Februar 1846 in England und im März in New York. Das Buch war sofort ein Bestseller. Im März 1847 erschien Melvilles zweites Buch: "Omoo: A Narrative of Adventures in the South Seas". Es war eine Art Fortsetzung des ersten Buchs. Ihm folgte das Dritte: "Mardi: and a Voyage Thither". Es beginnt noch mit der Abenteuerreise, schweift aber schnell ab in Romantik und führt weiter in philosophische Gedanken. Im Buch White Jacket erzählt Melville über seine Erfahrungen auf der Fregatte United States und die an Bord herrschenden rauhen Sitten.
Der darauf folgende Roman Moby - Dick wurde ab Februar 1850 innert 18 Monaten geschrieben. Die Arbeit dauerte viel länger, als vom Autor ursprünglich geplant. Das Thema stammt aus dem Buch "Mocha Dick: Or The White Whale of the Pacific" von Jeremiah N. Reynolds. Die Vorlage handelt von einem weissen Wal im Ostpazifik, der lange nicht einzufangen war, am Ende dann aber doch getötet wurde. Die Arbeiten zogen sich hin, weil Melville seine Pläne mehrfach änderte. Am 18. Oktober 1851 erschien "The Whale" in England in drei Bänden und am 14. November erschien "Moby-Dick" in den Vereinigten Staaten, die ganze Geschichte in einem Buch.
Der Roman Moby-Dick wurde mit wenig Begeisterung aufgenommen. Einzelne Kritiker zeigten sich wenigstens vom Detailreichtum beeindruckt, andere ignorierten das Werk ganz oder kommentierten mit Geringschätzung. Für Herman Melville war das ein harter Schlag. Solange er lebte, wurden nur 3'000 Exemplare des Buchs verkauft. Er kämpfte den Rest seines Lebens gegen das Vergessen-werden und den finanziellen Ruin. 1863 zog er zurück nach New York, wo er am Hafen eine Anstellung als Zollinspektor fand. Er schrieb noch, aber völlig erfolglos.
Heute gilt Moby-Dick als einer der grössten Romane aller Zeiten.